Die bessere Mannschaft verliert in Jestetten knapp

Druckversion
Die bessere Mannschaft verliert in Jestetten knapp
Spieldatum: 
Samstag, 12. März 2016
Mannschaft: 
B
Heimmannschaft: 
SV Jestetten B
Gastmannschaft: 
FC Tiengen 08 B
Spielbericht: 

Es sind diese kleinen Befürchtungen, die die Spieler umtreiben. In Jestetten ist es die bange Frage, ob man auf diesem elenden Hartplatz spielen müsse. Und genau diese Frage wurde am Samstag Nachmittag mit einem Ja beantwortet. Wenn man sich die Frage stellt, warum Hartplätze am Aussterben sind, der braucht nur dort hin zu gehen. Hart, uneben und mit Sicherheit nicht dafür geeignet attraktiven und schnellen Fußball zu spielen. Wenn die Bälle unvorhersehbar verspringen, sind viele Aktionen einfach nur durch Zufall geprägt. Hinzu kommt noch die Verletzungsgefahr. Wenn gleich mehrere Spieler mit blutigen Abschürfungen vom Platz gehen, ist das nicht ganz im Sinne des Erfinders.

Es half freilich auch nicht, wenn gleich mehrere Spieler nicht dabei sein konnten und dann auch noch ein Spielerpass vergessen wurde, so dass die Mannschaft nur mit 11 Spielern auflaufen konnte. Das Spiel war kaum eine Minute alt, als ein eher harmloser Schuss unglücklich von Lars Haag ins eigene Tor abgelenkt wurde. Ähnlich unglücklich war auch der zweite Gegentreffer in der 10. Minute. Toni Rizzo hatte einen Ball im eigenen Strafraum abgefangen, wollte ihn als Rückpass zu Torhüter Göktug Tuna weitergeben. Der Pass missglückte aber und der von hinten kommende Jestettener Spieler konnte sich den Ball erobern und zum 2:0 treffen.

Die B-Jugend bewies allerdings Moral und konnte durch gutes Zusammenspiel die Spielkontrolle an sich reißen. Jestetten kam letztendlich in der ersten Halbzeit kein weiteres Mal effektiv vor das Tiengener Tor. Der B-Jugend hingegen gelang dieses Kunststück immer wieder. Alleine, es dauerte bis zur 32. Minute, bis Kevin Mamaj durch einen weiten Abschlag von Göktug Tuna bedient wurde und zum ersten Mal einlochen konnte. Nur eine Minute später setzte sich Kevin Mamaj mit einer herrlich anzusehenden Einzelaktion noch einmal durch und konnte den Ausgleich erzielen.

Dies waren allerdings nicht die einzigen Chancen der B-Jugend und daher war die Stimmung in der Kabine gut. Das Gefühl das Spiel wieder zu den eigenen Gunsten drehen zu können, war groß. Dementsprechend voller Elan ging die Mannschaft zu Beginn der zweiten Halbzeit zu Werke. Was allerdings immer wieder misslang: Ein fließendes Kombinationsspiel im Mittelfeld aufzuziehen. Und das lag vor allem am Hartplatz. Denn wenn keine präzisen Pässe ankommen: Wie soll das gehen? Und so gelangen die besten Aktionen meistens nach Abschlägen oder langen Bällen in die Spitze. Es war aber zum Haare raufen oder zum Mäuse melken, je nach dem, wer an der Seitenauslinie mehr Geduld oder mehr Haare hatte. Denn auch die größten Chancen wurden liegen gelassen.

Eine alte Fußballerweisheit sagt: „Wer vorne die Tor nicht macht, bekommt sie hinten.“ Und genau das musste dann auch passieren. Beim einzigen konsequent gespielten Konter von Jestetten (!) fiel in der 61. Minute das 3:2. Es war absurd: Die B-Jugend hatte deutlich mehr Ballbesitz, deutlich mehr Spielanteile, deutlich mehr Chancen. Aber Jestetten holte sich durch eine gnadenlose Chancenausnutzung den Sieg. Die bessere Mannschaft hatte verloren.

Ja, der Platz war durchaus mitentscheidend. Aber dann waren da auch die kleinen individuellen Fehler und die eine oder andere charakterliche und spielerische Schwäche, die die B-Jugend an diesem Spieltag zermürbte. Auf manchen Positionen herrschte trotz Anwesenheit der Spieler eine eher gähnende Leere. Und auf anderen Positionen dann eine überbordende Präsenz. Dies war nicht die beste B-Jugend, die da auf dem Platz stand. Vielleicht braucht es nach der langen Winterpause auch erst wieder ein paar Spiele, bis alle Spieler die nötige Präsenz auf den Platz bringen. Und dann gehen solche Spiele auch nicht mehr verloren.

Stimmungsmäßig stimmt es in der Mannschaft. Das eine oder andere Tänzchen wurde nach dem Spiel gewagt. Wink

An dieser Stelle noch einen herzlichen Gruß an Schiedsrichter Alexander Tröndle, der die Partie hervorragend geleitet hatte. Er wird in drei Monaten aufhören, was wir sehr schade finden. Er hat über 20 Jahre gepfiffen und wir beim FC haben ihn immer sehr gerne bei uns zu Gast gehabt. Wir wünschen ihm einen erholsamen Schiedsrichter-Ruhestand.

Videos: 
Die B-Jugend am 12.3.2016
Galeriebilder: