Dritter Sieg in Folge für die D2

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Dritter Sieg in Folge für die D2
Spieldatum: 
Samstag, 1. Oktober 2016
Mannschaft: 
D2
Heimmannschaft: 
SG ESV Waldshut D2
Gastmannschaft: 
FC Tiengen 08 D2
Spielbericht: 

Hybris. Hybris bezeichnet laut Wikipedia eine extreme Form der Selbstüberschätzung oder auch des Hochmuts. Meistens geht damit eine Überschätzung der eigenen Fähigkeiten einher.

Nun gut, so weit ist die D2 nun noch nicht. Aber wenn man sich einmal das allzu lässige Aufwärmen vor diesem Spiel ansieht und die Warnungen von Co-Trainer Kevin Mamaj und Trainer Bernd Glasstetter hörte, dann war klar, dass die Mannschaft einfach zu locker an die Spiele herangeht. Natürlich wurde am vergangenen Wochenende das Spiel nach einem hohen Rückstand gedreht. Natürlich war der Sieg in Gurtweil eine klare Sache. Aber dennoch heißt die Parole für einem Spiel immer: Konzentration aufbauen.

Dementsprechend begann auch die Partie. Die ersten kleineren Chancen waren auf der Seite des ESV zu verzeichnen, wobei diese nicht zwingend waren. Nach und nach stieg aber offenbar die Konzentration und die Kombinationen wurden gefälliger. In der 9. Minute wurde dann Tim Kühnert unwiderstehlich von Kevin Sirigu bedient und konnte das 0:1 erzielen. Genau eine Minute später war es diesmal Mustafa Cevik mit dem Assist und Tim Kühnert vollendete erneut.

Jetzt hätte man meinen können, dass Ruhe in die Partie hätte reinkommen können. Hätte, hätte, Fahrradkette. Zunächst einmal sollte Amin Mulic geschont werden, der nach langer Verletzungspause zum ersten Mal wieder ein Spiel bestritt. Es wurde aber auch immer klarer, dass die D2 speziell auf der linken Abwehrseite anfällig war. Und dort rollten die meisten Angriffe des ESV herein. Nur konnten die Chancen nicht verwertet werden, wobei insbesondere Edgar Da Silva im Tor einen bestechenden Tag erwischt hatte. Unterdessen fehlte aber auch durch die Herausnahme von Amin Mulic die ordnende Hand im Mittelfeld, so dass zwar Chancen heraus gespielt wurden, aber auch vieles im Eins-Gegen-Eins stecken blieb.

In der Halbzeitpause ermahnte Trainer Bernd Glasstetter die Jungs, dass das Spiel noch nicht zu Ende sei, und dass der ESV zurückkommen könnte. Wie so etwas bei einem Heimspiel passieren kann, hatte die D2 eine Woche zuvor selbst vorgeführt. Und in der Tat fiel nur fünf Minuten nach dem Anpfiff das 1:2. Der ESV spielte clever aber letztendlich mit einem sehr, sehr gediegenen Pech im Abschluss. Wenn man einfach fünf oder sechs Großchancen liegen lässt, dann kommt ein altes Fußballe-Bonmot zum Tragen: Wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten rein. Und dabei war die D2 noch teilweise übelst ins Schwimmen gekommen. Wie sehr kann man anhand einer Szene besonders gut beschreiben: Es gelang einfach nicht den Ball aus dem Strafraum rauszuspielen. Der ESV versuchte es mit mindestens fünf Schüssen aus allen Lagen und es war immer ein D2-Spieler dazwischen. Herzschlagmomente sind dies.

Und dann kam in der 58. Minute der goldene Moment von Kevin Sirigu, der seinen Geburtstag auf dem Feld feierte. Nach einem weiten Abschlag von Torhüter Edgar Da Silva kam es zu einem sehenswerten Zweikampf mit dem Innenverteidiger des ESV und zum 1:3-Abschluss. Bemerkenswert an dieser Stelle: Obwohl dies ein harter Zweikampf war, entschied ESV-Jugendleiter Rolf Heitzmann, dass alles mit legalen Mitteln zuging und ließ sich auch nicht von den Rufen der Zuschauer irritieren. Die Entscheidung war vollkommen korrekt und man muss einfach mal an dieser Stelle ein Lob aussprechen, dass er diese Entscheidung auf heimischen Platz traf. Überhaupt hatte er eine blitzsaubere Partie hingelegt. Ein wirklich schönes, weil faires Verhalten. Davon können sich gerne alle Heimschiedsrichter anderer Vereine eine Scheibe abschneiden, denn leider ist dies nicht selbstverständlich.

Drei Minuten später entschied Tim Kühnert nach einem sehenswerten Solo endgültig die Partie und sorgte für den 1:4-Endstand. Es sah nach einem klaren Ergebnis aus. Aber man muss klar sagen, dass ein Ausgleich oder gar eine Führung des ESV sicher nicht unverdient gewesen wäre. Jede Mannschaft hatte ihre Chancen und vergebene Gelegenheiten. Aber das ist Fußball: Am Ende zählen die erzielten Tore.

Die D2 hatte Defizite im Spielverhalten offenbart. Ob es vielleicht auch an der Gewöhnung an den Kunstrasen lag, ist schwer zu sagen. Aber in der nun kommenden Woche werden klare Dinge im Training durchgegangen. Darunter auch das taktische Verhalten bei Standardsituationen.

Der dritte Sieg in Folge ist ein Erfolg der Mannschaft, der hoffentlich auch in den kommenden Partien beibehalten werden kann. Wo der nächste Gegner Berau steht, konnte nicht ausgemacht werden, denn die Partie zwischen VfB Waldshut 2 und Berau wurde leider abgesagt. Das Trainerteam wird aber alles dafür tun, um die Mannschaft auf diesen Gegner einzustellen und beim nächsten Auswärtsspiel wieder zu gewinnen.

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