Es hat nicht sollen sein

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Es hat nicht sollen sein
Spieldatum: 
Samstag, 20. Mai 2017
Mannschaft: 
D2
Heimmannschaft: 
FC Tiengen 08 D2
Gastmannschaft: 
FC Rot-Weiß Weilheim
Spielbericht: 

Die Ausgangssituation: Weilheim lag fünf Punkte vor der D2. Selbst bei einem Sieg der D2 hätte Weilheim kommende Woche maximal ein Unentschieden gegen Berau erreichen dürfen, um die Titelchancen für die D2 zu wahren. Und dennoch: Die Mannschaft war heiß. Sie wollte kämpfen, sie wollte gewinnen.

Und es wurde ein hochklassiges, ein starkes Spiel. Eines, das auch der Bezirksliga zu allen Ehren gereicht hätte. Trainer Bernd Glasstetter hatte zusammen mit dem neuen Co-Trainer Julian Strunk eine neue Strategie ausgetüftelt. Bisher war die D2 im 3-2-3 aufgelaufen. Nun sollte ein 3-1-2-2 mehr Flexibilität und mehr Mittelfeldpräsenz bringen. Und der Plan ging auch auf. Weilheim sah sich ständigem Gegenpressing ausgesetzt. Kein Ball wurde verloren gegeben. Und obwohl der Focus mehr auf der Defensive lag, erspielte sich die D2 so viel Ballbesitz, dass sie immer wieder gefährlich vors Tor kam. Hätte man die Torschüsse gezählt, so hätte man ein deutliches Übergewicht auf Seiten der D2 gesehen. Alleine die Chancen wurden nicht genutzt.

Auf der anderen Seite erspielte sich Weilheim auch Chancen, aber der hervorragend aufgelegte Janik Streule holte die Bälle aus der Gefahrenzone, die von der stabil stehenden Abwehr noch übrig gelassen wurden. Torlos 0:0 ging es in die Halbzeitpause.

Das Spiel ging bis auf die ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit so weiter. Da hatte Weilheim in der Tat etwas Überhang und kam gefährlicher vors Tor der D2. Dann wieder war die D2 im Vorwärtsgang. Aber eine alte Fußballerweisheit sagt: „Wer die Tore vorne nicht macht, bekommt sie hinten rein.“ Und es war eine kleine Unaufmerksamkeit, ein kleiner Fehler, der das Spiel in der 47. Minute entschied. Weilheim profitierte von einem verunglückten Pass und Janik Streule hätte nur dann noch helfen können, wenn er spontan einige Zentimeter gewachsen wäre, so präzise war der Ball ins rechte untere Eck geschossen worden.

Für ein paar Minuten war der Kampfeswille gebogen. Aber nicht zerbrochen, denn die D2 versuchte es weiterhin noch zu einem Torerfolg zu kommen. Es sollte nur nicht mehr sein. Bis zum Ende blieb es spannend.

Man könnte nun lange spekulieren, was vielleicht zu einem Erfolg hätte führen können. War es die Verletzung von Amin Mulic in der achten Minute, der vielleicht hätte helfen können? War es die Abwesenheit von Mittelstürmer Tim Kühnert, der vielleicht hätte helfen können? Man weiß es nicht. An der kämpferischen Einstellung hat es sicher nicht gelegen. Jeder hatte sein Bestes gegeben. Und Weilheim hat noch nie so knapp gewonnen in dieser Saison, war noch nie so nah an eine Niederlage herangetragen worden. Es war einfach das kleine Quentchen Glück auf der einen Seite und das Quentchen Pech auf der anderen Seite.

Die D2 ist Vizemeister. Und auch wenn manch einer meint, dass man sich vom zweiten Platz nichts kaufen kann: Er ist absolut verdient.

An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an Weilheim für die Meisterschaft. Es wäre sicherlich toll gewesen, als Abschluss der Saison ein Entscheidungsspiel auf diesem hohen Niveau gegeneinander zu haben.

Und einen herzlichen Dank an Jacinto Francisco, der fast alle Heimspiele der D2 gepfiffen hat und auch heute wieder souverän die Partie im Griff hatte.

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