Mit Hängen und Würgen gewonnen

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Mit Hängen und Würgen gewonnen
Spieldatum: 
Samstag, 24. September 2016
Mannschaft: 
D2
Heimmannschaft: 
FC Tiengen 08 D2
Gastmannschaft: 
VfB Waldshut D2
Spielbericht: 

Graue Haare. Warum haben Trainer bloß meistens graue Haare? Wer dieses Spiel gesehen hat, der muss sich über nichts mehr wundern. Denn die D2 hat es extrem spannend gemacht. Spannender geht es wohl kaum noch.

Zunächst einmal waren drei Gastgeschenke zu verteilen. Denn hey, bei einem Derby ist man doch höflich, vielleicht etwas schläfrig und auch etwas unaufmerksam. In der 9. Minute war es, als die Abwehr das erste Mal nicht so ganz auf der Höhe war. Dann war es in der 16. Minute eine absurde Situation: Torwart Edgar Da Silva ließ einen Schuss vor die Füße von Abwehrchef Paul Friedrich abprallen, will nachfassen, da berührt Paul Friedrich den Ball und Edgar Da Silva muss den Ball mit dem Fuß wegschießen. Leider genau vor die Füße eines Waldshuters, der sich bedankte und das 0:2 erzielte.

Das dritte Tor war noch absurder. Ein langsamer Bogenball kommt auf Torhüter Edgar Da Silva zu. Der bekommt die Anweisung eines Mitspielers den Ball raus zu lassen. Nur prallt der so flach ab, dass er sich über ihn ins Tor senkt.  Und drei graue Haare mehr waren die Folge.

Mit einigen taktischen Umstellungen von Taktikfuchs und Co-Trainer Kevin Mamaj wurde dann aber Ruhe ins Abwehrverhalten gebracht. Die D2 hatte andererseits ihre liebe Mühe nun durchzukommen. Denn Waldshut machte das clever, stand mit fünf Mann in der Abwehr und ließ kaum etwas zu.

In der Halbzeitpause waren die Gesichter lang, Anschuldigungen natürlich auch vorhanden und so manches graues Haar kam bei Trainer Bernd Glasstetter hinzu. Die Analyse war schnell erledigt, die Fehler aufgedeckt und mit dem klaren Appell die Mannschaft wieder aufs Feld geschickt, dass sie das Ganze nur gemeinsam als Team drehen würden können.

Kevin Sirigu sorgte in der 32. Minute für den ersten Weckruf. Von fast der Mittellinie aus schoss er einen hohen Ball, der sich durchaus glücklich genau unter der Latte des Waldshuter Tores absenkte. Waldshut war also so höflich gewesen und hatte ebenfalls Gastgeschenke im Gepäck gehabt. Durchaus ungläubig waren die Reaktionen auf der Bank: „Der ist drin?!?!?“

Die D2 wollte nun mehr. Die Kombinationen waren gefälliger, das Spiel kampfbetonter und Waldshut hatte auf einmal Lücken in der Abwehr, die vorher nicht vorhanden waren. Auf der anderen Seite stand nun aber die Abwehr der D2 bestens und ließ nur noch wenige Chancen zu. Es dauerte aber dann doch bis zur 42. Minute, als Mustafa Cevik nach unwiderstehlichem Zuspiel von Tim Kühnert das 2:3 erzielte. Der Ausgleich war zum Greifen nah und es war erneut Mustafa Cevik, diesmal nach einem Solo, der diesen in der 47. Minute erzielte. Das Spiel war nun gedreht und wieder ausgeglichen.

Waldshut versuchte nun noch einmal in Führung zu gehen, aber eröffnete dadurch auch den Raum für Konter. Und die nutzte die D2. In der 56. Minute war es diesmal Mustafa Cevik mit dem Zuspiel auf Tim Kühnert, der mit dem Ball am Fuß klebend davon zog und die Führung besorgte. Eben jener Tim Kühnert war es dann auch, der in der 60. Minute ebenfalls ein Solo hinlegte und den Endstand von 5:3 markierte.

Es war ganz sicher eine unglaubliche Energieleistung der Mannschaft. Es war aber auch nervenaufreibend anzusehen. Wären die unglücklichen Gegentore nicht gefallen, wäre alles sehr einfacher gewesen. Aber es zeigt auch, dass die D2 trotz aller möglicher kleiner Differenzen unter den Spielern (die leider in der Pubertät nicht zu vermeiden sind) zu einer geschlossenen Mannschaftsleistung im Stande ist.

Nun geht es gegen den ESV Waldshut in der kommenden Woche. Mit mehr Konzentration zu Beginn sollte auch da einiges möglich sein.

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